Konferenzen

Bericht zur EASP-Tagung: Soziale Dynamiken der Klimapolitik und des nachhaltigen Wandels – Akzeptanz, Konflikt und Zusammenarbeit

27. bis 29. Juni 2026, Universität Hohenheim, Stuttgart, Deutschland
Veranstalter: Kevin Winter (1), Laura Henn (1), Adrian Lüders (1), Leonie Ströbele (1), Ronja Gerdes (2)

(1) Universität Hohenheim, (2) Leuphana Universität Lüneburg

Der Übergang zu nachhaltigen Gesellschaften ist nicht nur eine technologische, sondern auch eine zutiefst soziale Herausforderung. Wie reagieren verschiedene Gruppierungen auf klimapolitische Maßnahmen? Was treibt Polarisierung oder Zusammenarbeit in Umweltdebatten an? Wie kann das Vertrauen in wichtige Akteur:innen gestärkt werden, um wirksames Handeln zu fördern? Diese und damit zusammenhängende Fragen standen im Mittelpunkt unseres von der EASP geförderten Small Group Meetings zum Thema „Soziale Dynamiken der Klimapolitik und des nachhaltigen Wandels – Akzeptanz, Konflikt und Zusammenarbeit“, das vom 27. bis 29. Juni 2026 an der Universität Hohenheim in Stuttgart, Deutschland, stattfand. Das Treffen brachte 44 Forscher:innen aus 13 Ländern (Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Dänemark, Deutschland, Ungarn, Israel, Niederlande, Norwegen, Schweiz, Großbritannien, USA) zusammen. Die Mehrheit der Teilnehmenden befand sich in einer frühen Karrierephase, darunter 16 Doktorand:innen und 17 Postdoktorand:innen. 

Der Beginn der Konferenz stand ganz im Zeichen der Hitzewelle, die über Europa hinweggefegt war und uns dazu zwang, kreative Lösungen zu finden, um unseren Aufenthalt in einem nicht klimatisierten Hörsaal erträglich zu gestalten. So wurden feuchte Handtücher, Kühlpads und Eiswürfel während der gesamten Konferenz zu ständigen Begleitern. Eine weitere Auswirkung der Hitze war ein Brand, der den Zugverkehr nach Stuttgart zum Erliegen brachte und für viele Teilnehmer:innen zu erheblichen Verspätungen führte. Trotz dieser widrigen Umstände begannen wir die Konferenz am Samstagnachmittag – eine Stunde später als ursprünglich geplant – mit der ersten Sitzung zum Thema „Kollektives Handeln und Klimaaktivismus“. Anschließend ließen wir den Abend unter Kastanienbäumen in einem Biergarten ausklingen und genossen traditionelle schwäbische Küche (einschließlich vegetarischer und veganer Optionen!). 

Der zweite Tag der Konferenz bot ein volles Programm mit drei Sitzungen, die eine Mischung aus kürzeren und längeren Vorträgen umfassten und in folgende Themenbereiche unterteilt waren: „Soziale Identität als Quelle von Kooperation und Konflikt“, „Gruppengrenzen und Parteizugehörigkeit im öffentlichen Diskurs“ sowie „Herausforderungen für eine evidenzbasierte Klimakommunikation“. Wer Lust auf etwas Bewegung hatte, konnte einen Spaziergang durch den wunderschönen Botanischen Garten Hohenheim unternehmen, wo die größte Blume der Welt – der Titanenwurz, liebevoll „Wurzi“ genannt – kurz davor stand, zu blühen und ihren charakteristischen (und sehr unangenehmen) Geruch freizusetzen (tatsächlich begann sie am letzten Tag der Konferenz zu blühen). Wir beendeten den wissenschaftlichen Teil des zweiten Tages mit einer Postersession unter den Arkaden des Osthofs von Schloss Hohenheim, begleitet von kühlen Getränken. An diesem Abend fuhren wir in die Stuttgarter Innenstadt, um die leckerste Pizza der Stadt zu genießen (laut einer objektiven Kritikerin). Um dorthin zu gelangen, konnten die Teilnehmer:innen zwischen einem gemütlichen Spaziergang durch die Weinberge oder einer kurzen Fahrt mit der berühmten Zahnradbahn „Zacke“ wählen.

Der letzte Tag der Konferenz fand in der imposanten Aula und im Balkonsaal des Schlosses Hohenheim statt. Die Vormittagsveranstaltungen boten Einblicke in die Themen „Politikgestaltung und Unterstützung öffentlicher Klimaschutzmaßnahmen“ sowie „Konfliktbewältigung im nachhaltigen Wandel“.
Nach dem Mittagessen fand der krönende Abschluss der Konferenz statt, als Matthew Hornsey seine Keynote zum Thema „The attitude roots of opposition to renewable energy“ hielt. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, ein Foto auf dem Balkon des Schlosses zu machen.
 
Die hohe Qualität der Vorträge war bemerkenswert, was wir angesichts der großen Zahl hervorragender Einreichungen bereits erwartet hatten – unsere Entschuldigung gilt all den Kolleginnen und Kollegen, deren Beiträge wir leider ablehnen mussten. Insbesondere der hohe Anteil an Nachwuchswissenschaftler:innen stimmt uns zuversichtlich, dass die Forschung an der Schnittstelle von Sozial- und Umweltpsychologie floriert und in Zukunft noch mehr an Sichtbarkeit gewinnen wird. Alle Teilnehmer:innen waren sich einig, dass das Format dieser Konferenz einen fruchtbaren Austausch und konstruktive Diskussionen ermöglichte und dass ähnliche Treffen auch in Zukunft organisiert werden sollten. Es war erfreulich zu sehen, dass diese Diskussionen während des anschließenden EASP General Meetings in Straßburg fortgesetzt wurden. Wir möchten uns bei allen Teilnehmer:innen für ihre Teilnahme an der Konferenz sowie bei der European Association of Social Psychology und der Universität Hohenheim für ihre finanzielle Unterstützung bedanken.

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